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#132004B1MedienErziehungDiskussion

Das erste Smartphone: Wie viel Technik braucht ein Kind?

Diskussion (449 Wörter)

In unserer modernen Gesellschaft gehört das Smartphone zum Alltag. Doch ab welchem Alter ist ein eigenes Gerät für Kinder wirklich sinnvoll? Wir haben zwei Menschen nach ihrer Meinung gefragt: Herrn Müller, Vater von zwei Kindern, und Frau Schmidt, Grundschullehrerin und Mutter. Zeitschrift: Herr Müller, Sie sind Vater und sehen die Entwicklung sehr kritisch. Warum sind Sie gegen ein Smartphone im Kindesalter? Herr Müller: Guten Tag. Meine Kinder sind neun und elf Jahre alt und haben kein eigenes Smartphone. Ich denke, in diesem Alter ist das absolut nicht nötig. Die Kinder verbringen ohnehin schon zu viel Zeit vor Bildschirmen. Wenn sie ein eigenes Handy besitzen, spielen sie oft nur noch Videospiele oder sind in sozialen Medien aktiv. Das zerstört die Konzentration und sie bewegen sich zu wenig. Bei uns zu Hause dürfen sie manchmal mein Tablet nutzen, aber ein eigenes Smartphone gibt es erst ab 14 Jahren. Zeitschrift: Frau Schmidt, Sie arbeiten als Lehrerin und haben eine ganz andere Perspektive. Ihr zehnjähriger Sohn hat bereits ein Smartphone. Warum? Frau Schmidt: Als Lehrerin kenne ich die Gefahren natürlich. Aber wir leben heute in einer digitalen Welt. Kinder müssen früh lernen, Medien sinnvoll zu nutzen. Wenn wir es ihnen komplett verbieten, tun sie es heimlich bei Freunden. Auf dem Smartphone meines Sohnes gibt es tolle Lern-Apps für die Schule. Außerdem kann er mich immer anrufen, wenn der Schulbus zu spät kommt. Das gibt mir als Mutter ein sicheres Gefühl im Alltag. Zeitschrift: Herr Müller, das Argument mit der Sicherheit ist für viele Eltern sehr wichtig. Überzeugt Sie das nicht? Herr Müller: Nein, nicht ganz. Für einen Notruf reicht auch ein altes Handy ohne Internet – ein sogenanntes Tastenhandy. Es muss kein teures Smartphone sein. Das Hauptproblem ist der soziale Druck. Wenn ein Kind in der Klasse ein neues, teures Handy hat, wollen alle anderen das auch. Das führt zu großem Streit in den Familien. Oft sehen wir auch Cyberbullying in den Chatgruppen der Klassen. Viele Kinder können mit diesem psychischen Druck noch gar nicht richtig umgehen. Zeitschrift: Frau Schmidt, wie gehen Sie mit diesem sozialen Druck und den Risiken um? Frau Schmidt: Der Druck existiert, das stimmt. Genau deshalb müssen wir Eltern die Kinder begleiten und dürfen sie nicht alleine lassen. Mein Sohn hat feste Regeln: Am Abend ab 20:00 Uhr wird das Smartphone in der Küche abgegeben, damit er gut schläft. Außerdem haben wir eine Kinderschutz-App installiert. Er kann nicht alle Webseiten besuchen und die Bildschirmzeit ist auf eine Stunde pro Tag begrenzt. Man muss die Technik als ein Werkzeug sehen, das man kontrollieren muss. Zeitschrift: Vielen Dank an Sie beide für das interessante Gespräch! Es zeigt sich: Klare Regeln sind der Schlüssel, egal in welchem Alter das erste Handy kommt.

Questions · Fragen zum Text

1. Herr Müller erlaubt seinen Kindern, ab und zu sein Tablet zu benutzen.

2. Frau Schmidt glaubt, dass Kinder Medien erst als Jugendliche im Gymnasium kennenlernen sollten.

3. Was passiert laut Herr Müller oft, wenn Kinder ein eigenes Smartphone besitzen?

4. Welchen Vorteil hat das Smartphone für Frau Schmidts Sohn in Bezug auf die Schule?

5. Welches Problem in Schulklassen nennt Herr Müller als Folge des sozialen Drucks?

6. Wie lange darf der Sohn von Frau Schmidt das Smartphone pro Tag maximal nutzen?